Multiplikatorenschulung LTS D in Schwabmünchen

Veröffentlicht am 01.11.2017

Erste Multiplikatorenschulung LTS-D im Bayerischen Roten Kreuz am 27.10.2017 in der Bildungsstätte Schwabmünchen.

Atemwegsmanagement ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil jeder notfallmedizinischen Hilfeleistung. Insbesondere die Notwendigkeit in kurzer Zeit zu entscheiden, ob, und wenn ja womit sollen wir den Atemweg für eine Beatmung offenhalten, stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen. Gerade für diese Situation hat sich seit Jahren die Anwendung von Larynxtuben etabliert. Die Anwendung scheint simpel und deshalb sind seit langer Zeit viele Notfallausstattungen damit bestückt. In den letzten Jahren mehren sich allerdings negative Rückmeldungen und es zeigen sich immer mehr Probleme bei der Anwendung von Larynxtuben. 
In vielen Schulungen im Sanitäts- und Rettungsdienst mussten wir erkennen, dass die scheinbar einfache Handhabung dazu führen kann, dass wir die Komplexität dieser Handlung unterschätzen. 
Das führte vor gut einem Jahr dazu, dass VBM – Medizintechnik und das Bayerische Rote Kreuz die Idee hatten, einen Lehrgang zu konzipieren, bei dem „Top Trainer“ LTS-D geschult werden sollten. Sinn sollte sein, durch Schulung die Sicherheit der Anwender des LTS-D zu verbessern und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Anwendung zu erhöhen. Diese Top Trainer LTS-D sind für das BRK aktuell Karin Besold (BV Schwaben Bildung), Anton Gerner (KV Weilheim – Schongau), Roman Gaißer (KV Lindau), Martin Schmauser (KV Straubing), Christian Imhof (KV Aschaffenburg) und Hubert Kappacher (KV Ostallgäu). Koordinierend in dieser Zusammenarbeit ist Werner Hoffmann (BRK Bezirksverband Schwaben Bildung) und in dieser Funktion wurden die ersten beiden Kurse für die zukünftigen Multiplikatoren geplant.

Am letzten Freitag war es nun so weit. In Schwabmünchen trafen sich 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlicher Profession und wurden einen ganzen Tag lang mit theoretischen und praktischen Inhalten mit der Anwendung des LTS-D als Notfallkonzept intensiv vertraut gemacht. Als VBM Top Trainer nahmen sich Karin Besold, Toni Gerner und Roman Gaißer den Tag für die Schulung Zeit. Von Fragestellungen der Medizinprodukte Betreiberverordnung über allgemeine Gerätekunde samt der Problematik der Cuffdrucküberwachung bis hin zu Anatomie und Physiologie reichte das Spektrum. In Kleingruppen wurden alles Aspekte intensiv trainiert und es konnte vom Cuffdruckmesser über Magensonden bis hin zum Cuffschutz alles ausprobiert werden. Hier zeigte sich, dass es keinesfalls ausreicht, einen bereits ausgepackten und eingegelten LT in eine einfache HLW Puppe zu stecken und dann davon auszugehen, das Prozedere zu beherrschen. Selbstverständlich wurde auch die Beutel-Masken-Beatmung, als wesentliche Säule der notfallmedizinischen Behandlung von Patienten sowohl als Vorwärts- als auch als Rückwärtsstrategie trainiert. Von Korrektur der Kopflage über einfache Hilfsmittel bis hin zu Anwendung einer Gänsegurgel und Doppel-C-Griff übten alle Teilnehmer diese Maßnahmen, die spätestens bei Versagen des LT unausweichlich auf uns zukommen. 
Nach der Mittagspause stellten kleine Übungsnotfälle, bei denen der LTS-D eine wichtige Rolle spielte, die Teilnehmer auf die Probe. Person im PKW samt HWS – Kragen und Beatmungsnotwendigkeit, Zustand nach Rettung aus dem Wasser oder Reanimation mit Vorbeatmung stellten die Teams vor unterschiedliche Fragestellungen. Obwohl sehr ernsthaft trainiert wurde, kam der Spaß natürlich nicht zu kurz und so zogen die Teilnehmer am Ende eines langen Tages ein positives, aber auch ein wenig selbstkritisches Fazit. Die Maßnahme an sich ist nicht kompliziert, aber im Kontext der Situation und als Notfallkonzept betrachtet muss man sie regelmäßig und vernünftig üben können. Zu diesem Zweck bekamen die Teilnehmer im Anschluss eine Tasche, die gefüllt mit Trainings- und Anschauungsmaterial dazu dienen wird, in den jeweiligen Bereichen die Anwendung von LTS-D, Magensonde und Cuffdrucküberwachung, als wesentlicher Bestandteil des Notfallkonzeptes, richtig zu trainieren.
Wir wünschen euch viel Erfolg bei den Schulungen und freuen uns auf den nächsten Kurs, am 20.11.2017 in Straubing.

Berichtersteller: Hubert Kappacher

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